Neues Stück: Das Licht am Ende des Tunnels

Sinnfragen gehören zum Leben wie das Salz zur Suppe. Aus ihnen heraus webt sich die Geschichte ihren utopischen Horizont. Ein fernes Firmament voll lockender Ideen, das die individuelle Perspektive in menschlich einzigartiger Weise übersteigt, und so Heil und Trost spendet ob der je eigenen Begrenztheit und Sinnlosigkeit des unabwendbaren Sterbens.
Es ist deshalb weder Zufall noch Beliebigkeit, dass der Ort, an dem das neue Stück spielt, einen Zwischenraum darstellt, der sowohl die Bilder der griechischen Mythologie als auch die der christlichen Heilslehre bemüht. Im Moment des Übergangs vom Leben in den Tod – während der entbehrungsreichen Überfahrt über den Styx oder während des endlosen Wartens auf das Jüngste Gericht in der Vorhölle Gottes – tut sich für alle „Sinnsuchenden“ eine dramatische Tiefe und gleichzeitig ein absurder Abgrund auf. Und trotzdem ist diese ontologische Stille, diese unverfälschte Offenheit bzw. dieses reine Nicht-Sein des Zukünftigen, ein ausgezeichneter Raum menschlicher Einbildungskraft, eine Projektionsfläche per excellence.
Das Stück versucht genau die Rückspiegelung, um im besten Aristophanischen Sinne der Komödie den Zynismus des herrschenden Zeitgeistes ironisch überhöht und unterhaltsam ausgemalt ans Publikum zurückzugeben. Die innere Dramatik, die in den Momenten der Abhängigkeit und individuellen Handlungsunfähigkeit steckt, orientiert sich dabei sowohl an Samuel Becketts einzigartigen dramatischen Arbeiten, als auch an dem literarischen Genie Franz Kafkas. Denn keine Kunde, kein Bericht dringt von dem, was da erst noch kommen wird. Stattdessen greift die lautlose Bürokratie, während die Jukebox vor sich hin daddelt und Rockstars kommen und gehen, als wären die endlosen Wartesäle dieser Welt ideale Bühnen der modernen Unterhaltungsindustrie.
Es treten nacheinander auf: Stefan Baumgärtel als verzweifelter Idealist, Ernst B. Häppert („der Häppi“) als treuherziger Prolet und Pauline ohne zu Zwingen-Anstalt („Pozza“) als schizophrene Bürgerin. Die frisch Verstorbenen erwartet jedoch kein Paradies, sondern ein unüberschaubarer Verwaltungsapparat, dessen bürokratische Schaltstellen zwischen anonymer Autorität und konkreter Willkür schwanken. Ist Gott gar ein DJ? Ein Oberster Beamter? Oder einfach nur die Exit-Funktion? Eröffnet die Anpassung den Himmel, während die Höhle die ewige Wiederkehr des immer Gleichen bedeutet? Gibt es noch Hoffnung? Und wer zum Teufel sind diese Musikertypen eigentlich?
Das Stück verspricht keine Antworten, aber einen humorvollen, multimedialen, musikalischen und auch nachdenklichen Abend.


6 Antworten auf „Neues Stück: Das Licht am Ende des Tunnels“


  1. 1 fan 29. November 2009 um 15:17 Uhr

    DIE SCHRIFT(EN)!!! ändert das,aber schnell!

    (der titel ist auch scheisse, aber wohl schon beschlossen)

  2. 2 clov 29. November 2009 um 19:44 Uhr

    Wow! Wir freuen uns ja über jeden Fan, aber etwas sachlichere Kommentare wären schon schön. Der Titel ist super und die Schrift m.E. auch. Was ist daran genau nochmal alles so scheisse? Und: Das wird nicht das Plakat!

  3. 3 fan 29. November 2009 um 20:46 Uhr

    die schrift sieht blöd aus, finde ich. ist einfach mein erster und auch zweiter eindruck, wenn ich das sehe. es passt nicht zum bild. (die erste schrift übrigens auch nicht)

    m.E.

    der titel ist wohl geschmackssache. ich mag diese phrase nicht, sie ruft bei mir assoziationen an schlechte pro7-esoterik-sendungen hervor.

    ob das nun das plakat wird oder nicht – wen kümmerts? hübscher wird es dadurch nicht.

  4. 4 clov 29. November 2009 um 21:13 Uhr

    Ok. Soll ja nich heissen, man wäre nicht kritikfähig. Hab die weiße Schrift mal etwas eingefärbt. Von Verdana kriegste mich nicht runter und wenn Dir ansonsten was besseres einfällt: Bild runterladen, aufmotzen und dann einfach an uns zurück. *wimpel in die hand drück* Wir sehen uns vor der Bühne …

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